Odyssee ist ein interkulturelles E-Mail-Spiel, das vom Goethe-Institut Moskau organisiert wird.
Der Name Odyssee ist das Programm: Nicht das Ziel ist wichtig, sondern das unterwegs Sein, das andere Länder entdecken und verstehen Lernen.
Die Regeln: 3-4 Klassen schicken sich einmal pro Woche Post. Man weiß aber nicht, wo auf der Welt die Anderen sind. Jede Klasse erhält einen Codenamen (z.B. Schneewittchen, Goethe).
Die Themen sind in den ersten 3 Wochen vorgegeben (z.B. "Aus unserer Stadt kommt eine berühmte Persönlichkeit"). Aufgabe ist es, anhand der Informationen in den erhaltenen E-Mails herauszufinden, woher sie kommen. Man selbst muss seine Texte natürlich ebenfalls verschlüsseln.
Die Klasse 3C/D hat in der Zeit April-März 2005 mit der Klasse I gA des Gymnasiums Władysław IV von Warschau am Odyssee-Spiel teilgenommen, jeweils mit den Codenamen "Felix" und "Adler". Hier die Briefe, die sie den Partnern geschickt haben:
| Felix an Adler | Adler an Felix |
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1. Felix an Adler 3.3.2005
Liebe Freunde aus unbekannten Städten! Das Klima in unserer Stadt ist warm im Sommer und kalt im Winter. Hier haben wir fast immer Sonne, manchmal auch wenn es regnet. Man sagt das Wahrzeichen von unserer Stadt ist die Sonne. Wie haben auch einen Flughafen. Aus unserer Stadt kommt ein komischer Fürst, er war sehr lustig und sympathisch. Er ist in unserem Land aber auch im Ausland sehr bekannt. Aus unserer Stadt kommt noch ein sehr berühmter Mann: er hat eine weiße Kleidung, eine weiße Mütze, sein Gesicht ist halb weiß und halb schwarz. Er hat immer Hunger! Wenn ich aus dem Fenster sehe, sagt eine aus unserer Gruppe, sehe ich die Statue von dem größten Dichter in unserem Land. Er lebte "unter den Toten" im Mittelalter aber nicht in unserer Stadt. Wir haben auch eine unterirdische Stadt mit vielen langen Tunneln.
Wir warten auf euren Brief mit ebenso vielen Indizien!!! Liebste Grüße Felix!!
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1. Adler an Felix 8.3.2005
Wir wohnen in einer der wichtigsten Städte in unserem Land und es liegt in Europa. Unsere Stadt liegt am längsten Fluss in unserem Land. Bei uns ist das größte Einkaufszentrum in Europa, aber es ist nicht so sehenswürdig wie z.B. die 2 Kirchen, die wir aus dem Fenster sehen. Eine ist katholisch, die andere orthodox, vor dem Krieg konnte man auch eine Synagoge sehen. Jetzt ist es Winter, deswegen es kalt ist. Es schneit und der Schnee liegt überall. Aus unserem Land kommen: ein Musiker, eine Chemikerin und ein Erfinder der Petroleumlampe. Bei uns wohnen viele Ausländer aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Vietnam. Sie haben hier ihre Geschäfte oder Restaurants. Manche handeln auf dem Stadion.
ADLER
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2. Adler an Felix 10.3.2005
Hallo Felix, vielen Dank für euren Brief. Wir haben verschiedene Ideen, woher ihr kommen könnt. Einige vermuten, dass ihr aus der Türkei seid (wegen der Unterbodenstadt in Kapadotien), einige, dass aus London oder aus Moskau (wegen der großen U-Bahn), noch andere aus Rom (Vatikan) (wegen der weißen Kleidung vom Papst). Am besten gefällt uns doch die Vermutung von Adam, dass ihr aus Florenz, weil aus dieser Stadt Dante kommt und dort sein Denkmal steht. Schreibt uns bitte, ob das richtiger tipp ist. Wenn man unsere Stadt mit einem Tier vergleichen würde, wäre sie entweder ein Elefant, denn unsere Stadt ist groß und grau, oder mit Ameisen in ihrem Haufen, denn hier ist immer etwas los und alle beeilen sich sehr. Wir finden auch, dass man sie mit dem Phönix vergleichen kann, weil unsere Stadt aus der Asche aufstehen kann, sie ist – wie Phönix - unsterblich und unvergessen. Weihnachten feiern wir am 25. und 26. Dezember. Wir haben einen Weihnachtsbaum und singen Weihnachtslieder. Am Heiligabend haben wir immer 12 Gerichte – populär ist der Karpfen. Unter die Tischdecke legen wir das Heu und wir haben immer einen leeren Platz und Geschirr für einen unerwarteten Gast. Geschenke gibt uns der Heilige Nikolaus. Wenn man Geburtstag hat, macht man eine Party und hat eine Torte mit so vielen Kerzen, wie viel Jahre man alt ist. Den Geburtstag feiern gewöhnlich nur Kinder und Jugendliche, Erwachsene feiern ihren Namenstag. In unserem Land mögen wir Sport, vor allem Fußball, Skisprunge, Schwimmen und Segeln. Im Fußball haben wir seit langem keine Erfolge. In Schwimmen und Segeln haben wir einige Medaille in Athen 2004 gewonnen. Aus unserem Land kommt einer der besten Skispringer der Welt. Man plant bei uns die Weltmeisterschaften in Skispringen, aber natürlich nicht in unserer Stadt, denn wir kein Gebirge und keine Schanze haben. In der Nähe haben wir aber einen Urwald, wohin man Rad fahren kann.
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2. Felix an Adler 17.3.2005
Hallo Adler! Wir haben uns sehr gefreut über eueren Brief! Wir sind uns alle einig, dass ihr aus Polen kommt: aus Warschau. Denn der Erfinder der Petroleumlampe kommt aus Polen und Warschau hat ein sehr großes Einkaufszentrum. Außerdem ist die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg wie Phönix aus der Asche wieder auferstanden. Ist unsere Vermutung richtig? Unsere Stadt war bis jetzt noch nicht unter eueren Tipps, aber zwei euerer Vermutungen waren schon ziemlich nahe! Wenn wir unsere Stadt mit einem Tier vergleichen würden, wäre sie ein Schmetterling, denn sie ist bunt und lebhaft; oder ein Löwe, denn der Löwe ist stark und stolz. Andere Leute denken über uns, dass wir temperamentvoll, offen und herzlich sind. Typisch für uns ist auch die Musik! Sie ist weltberühmt für ihre bestimmte Melodie. An Weihnachten haben wir ein großes Fest. Wir haben einen Weihnachtsbaum und auch eine Krippe (die Krippenkunst ist übrigens eine alte Tradition und sehr typisch für unsere Stadt) und man öffnet die Geschenke nicht vor Mitternacht. In unserer Schule spielt man nur Volleyball, aber alle von uns denken, dass Fußball die beliebteste Sportart ist. Es ist die Sportart, die jeden Mann böse oder glücklich machen kann. Leider spielt die Mannschaft unserer Stadt nicht mehr in der ersten Liga.
Liebe Grüβe, Felix!
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3. Felix an Adler 23.3.2005
Hallo Adler! Wie geht’s euch? Uns geht es gut, weil wir Osterferien haben und das Wetter ist schön. Haben wir eure Stadt erraten? Bei uns fahren nur verrückte Leute Rad, weil ein Teil von unserer Stadt auf vielen kleinen Bergen liegt. In unserer Stadt sind die Straßen sehr chaotisch und wir haben nicht viele Spielplätze für die Kinder. Wir sind berühmt für unser geselliges Gemüt, wir sind extrovertierte und optimistische Menschen, so sagt man. Nicht sehr weit von uns liegt eine sehr alte und sehr berühmte Stadt. Etwas „Glühendes“ zerstörte sie vor etwa 2.000 Jahren. Ein typisches Gericht von hier wird folgendermaßen zubereiten: Fleisch in kleinen Stücken, Tomatenmark, ein Glas Wein und Basilikum: somit macht man eine typische Soße. Aber das ist nur eines von den vielen Gerichten von hier, denn wir kochen sehr gut! Das berühmteste Gericht ist aber ein rundes Ding, das schmeckt am besten, wenn es warm ist. Bei uns kostet ein Inlands- oder Auslandsbrief 0.60, das Brot kostet bei uns nicht so viel, aber in anderen Teilen von unserem Land ist es teurer. Wir haben euch praktisch alles über unsere Stadt erzählt, also woher kommen wir denn?
Tschüs eure Felix!!
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3. Adler an Felix 12.4.2005
Liebe Freunde, leider habt ihr den Namen unserer Stadt erratet. Schade, dass unsere Texte nicht schwieriger waren. Wir sind einig, dass Ihr aus Italien kommt. Wir behaupten, dass eure Stadt Neapel ist (liegt in der Nähe vom Vesuv). Wir hoffen, dass wir diesmal richtig gezielt haben? Bei uns gibt es die Stadt vor 1939 nicht mehr. Die meisten Schaden hatte unsere Stadt nach dem 2. Weltkrieg – 80% der Stadt wurde verbrannt und viele Sehenswürdigkeiten wurden zerstört. Nach dem Krieg hat das ganze Volk seine Hauptstadt wieder aufgebaut. In unserer Stadt wachsen keine Palmen, aber an einer Kreuzung ist eine Palme, die in einer Künstleraktion entstanden ist. In unserer Stadt gibt es nur eine U-Bahnstrecke und wenig Radwege, aber in der Nähe von unserer Stadt haben wir einen der Nationalparks und wir können dort Rad fahren. Bei uns interessieren sich viele Leute für klassische Musik. Es gibt viele bekannte Komponisten, der größte von ihnen ist in der Nähe von unserer Stadt geboren. Jedes 5. Jahr findet in unserer Stadt ein Wettbewerb statt, der seinen Namen trägt. Seit einigen Jahren spielt bei uns das „große Orchester der Festhilfe“, das sein Hauptbesitz in unserer Stadt hat. Wir denken, dass gute Engel dieses Orchester führen, es hilft den kranken Kindern im ganzen Land. Wir sind berühmt für unseren Mut, wenn wir etwas beweisen wollen. In diesem Jahr hat ein Junge, der im Unfall seine Hand und sein Bein verloren, aber trotzdem hat er in einem Jahr den Südpol und den Nordpol erobert. Wir mögen essen, täglich essen wir das Frühstück, das Mittagesse und das Abendbrot. Zum Frühstück essen wir Milchsuppe und belegte Brote. Das Mittagessen besteht aus zwei Speisen: eine Suppe und z.B. Kotelett mit Kartoffeln. Abends essen wir wieder belegte Brote und trinken Tee, wir trinken sehr viel und oft schwarzen Tee. Zu den Festen essen wir traditionell. Ein typisches Gericht bereiten wir so zu: wir nehmen 2 Kilo Sauerkraut, ½ Kilo Wurst, ¼ Kilo Pilze und etwas Pfeffer. Wir schneiden Wurst in Würfel. Zuerst kochen wir Sauerkraut eine Halbestunde. Dann geben wir Wurst, Pilze und Pfeffer dazu. Wir kochen alles noch eine Stunde. Unsere Küche ist nicht so weltberühmt, wie eure, aber wir haben leckere Würste und Süßigkeiten.
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4. Felix an Adler 21.4.2005
Liebe Adler, Ihr habt unsere Stadt erraten, wir gratulieren!! Wir wollen euch jetzt erklären, warum wir unseren Codenamen “Felix” gewählt haben. Die alten Römer nannten unsere Region “Campania felix”, weil sie sehr fruchtbar war. Und das ist der erste Grund. Aber wir haben noch einen Grund: unser Philosophielehrer hat uns einmal einen Witz erzählt, und in dem Witz ist der Name “Felix” oft wiederholt. Jetzt sagen wir euch auch, was die Indizien über unsere Stadt heißen. 1)Der Mann mit einem halb weiβen und halb schwarzen Gesicht und einem weiβen Kleid ist Pulcinella: das ist die typische neapolitanische Marke. 2)Der komische Fürst ist Totò, er war ein komischer Schauspieler. 3)Unter unseren Gerichten ist die Pizza weltberühmt (das war das “runde Ding”, von dem wir gesprochen haben). Auch typisch ist der “Ragù”, eine traditionelle Soβe für die Nudeln hier. 4)Unsere Stadt ist sehr alt und es gibt nach Reste aus der griechischen und römischen Zeit in der “unterirdischen Stadt”. Wir sind die klasse 3C/D von dem neusprachlichen Gymnasium G.Mazzini. Wir lernen Englisch, Französisch und natürlich Deutsch. Deutsch ist aber neu für uns. Wir lernen Deutsch erst seit September! Unsere Gruppe besteht aus 8 Mädchen und einem Jungen. Unsere Vorstellungen sind schon in den Web-Seiten von unserer Schule, weil wir an einem Comenius-Projekt teilnehmen. Das ist die Adresse: http://www.istitutomazzini.napoli.it/lingue/comenius/Presentazioni05/3C_2004_05/Vorstellung_3C_0405.htm Dort könnt ihr auch ein Foto von uns finden. Schickt uns bitte auch ein Foto von eurer Klasse! Wir sind sehr neugierig euch näher kennen zu lernen. Viele liebe Grüβe von Clara, Debora, Fabio, Loreley, Marila, Marina, Nunzia, Sonya und Susi! |
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4. Adler an Felix 28.4.2005
Liebe Felix, leider enden wir schon unser Spiel. Zuerst möchten wir unsere Stadt vorstellen. Warschau (Warszawa) ist die Hauptstadt von Polen und liegt am längsten Fluss in unserem Land – an der Weichsel (Wisła), an der noch andere schöne Städte liegen – z.B. Krakau. Warschau hat viele Sehenswürdigkeiten: den Kulturpalast, das Königsschloss, den Palast in Wilanow, die Altstadt, die Museen... Man muss hier einige Tage verbringen, um die ganze Stadt zu besichtigen. Hier sieht man den Einfluss von westlicher und östlicher Kultur, was man durch die Fenster in unserer Schule sehen kann - eine Kirche ist katholisch, die andere orthodox, vor dem Krieg konnte man auch eine Synagoge sehen. Der II. Weltkrieg war sehr wichtig für Warschau, nach 1945 entsteht eine Stadt auf Trümmern - wir finden auch, dass man sie mit dem Phönix vergleichen kann, weil unsere Stadt aus der Asche aufstehen kann, sie ist – wie Phönix - unsterblich und unvergessen. Aus unserem Land kommen: ein Musiker – F. Chopin, eine Chemikerin – M. Sklodowska-Curie und ein Erfinder der Petroleumlampe –I. Lukasiewicz. In unserem Land mögen wir Sport, vor allem Fußball, Skisprunge, Schwimmen und Segeln. Im Fußball haben wir seit langem keine Erfolge. In Schwimmen – O. Jedrzejczak und Segeln – M. Kusznierewicz haben wir einige Medaillen in Athen 2004 gewonnen. Aus unserem Land kommt einer der besten Skispringer der Welt – A. Malysz. Wir sind 14 Jahre alt und wir gehen in eine sehr alte Schule. Ihr könnt mehr Informationen auf unserer Homepage finden: Wir gehen in die erste Klasse – I gA, unsere Gruppe – 16 Personen, lernt Deutsch schon das zweite oder dritte Jahr, die andere Gruppe beginnt mit der Sprache in diesem Jahr. Die Artikel auf Deutsch von älteren Schülern könnt Ihr finden: http://www.wladyslaw.edu.pl/imprezy/src/dz_jez/ladislaus_nr_1.pdf http://www.wladyslaw.edu.pl/imprezy/src/dz_jez/ladislaus_nr_2.pdf
Unser Name ist Adler, denn der weiße Adler ist unser Staatswappen.
Außerdem
nennen wir Adler die Leute, die sehr klug sind.
Danke für Eure Briefe Liebe Grüße. Adler
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