Progetto Comenius

L'Europa nella nostra città

Europa in unserer Stadt – Spurensuche § Europe dans notre ville – chercher des traces

 

Die evangelische Gemeinde Neapels

Lucia Alovisi

Enrico Margiotta

 

Die luteranische–evangelische Gemeinde in Neapel wurde 1826 gegründet.

An der Spitze war Graf Friederich von Fleming. Die Gemeinde war sehr elitär und bestand aus reichen Leuten. Nach der Französischen Revolution wurde Neapel ein wichtiges Handels- und Kulturzentrum: viele Ausländer eröffneten in Neapel Geschäfte und Unternehmen. Nachdem sie sich eingelebt hatten, wollten sie auch ihre Religion ausüben. Die Rolle der diplomatischen Vertretungen wurde dabei sehr wichtig, wie z. B. das Preußische Konsulat,  das ein Zimmer als Kappelle zur Verfügung stellen. In dem Königreich der Beiden Sizilien waren nämlich Nicht-Katholische Kirchen nicht erlaubt.

Die Gemeinde war, und ist heute noch, ökumenisch und bestand aus Lutheranischen, Kalvinisten und Reformisten, aus Deutschen, Franzosen und Schweizern.

Fast in der gleichen Zeit  entstanden Sozialwerken: z.B. die geistige Betreuung der evangelischen Soldaten aus der Schweiz.

1839 entstand auch ein kleines Krankenhaus, das bis zum ersten Weltkrieg als „Deutsches Krankenhaus“ weiter lebte. 1899 schenkte ein deutscher Unternehmer, Julius Aselmeyer, der Gemeinde £ 50.000 für den Kauf der „Villa Casata“, wo das Krankenhaus bis 1931 funktionierte. Heute ist „Villa Casata“ das Kirchenzentrum der evangelischen Gemeinde.

Es wurde auch eine Schule für arme evangelische Kinder gegründet, die nach 1866 als „Deutsche Schule“ weiter lebte; sie war bis zum ersten Weltkrieg eine der größten deutschen Schulen in Italien.

Nur nach dem Sieg über die Bourbonen konnte die Gemeinde ihre Kirche bauen. Die evangelische Gemeinde schrieb Garibaldi einen Brief, in dem sie ihn um die Erlaubnis bat,  eine evangelische Kirche in Neapel zu bauen.

Garibaldi nahm die Bitte an und 1864 wurde die neogotische Kirche in der Via Carlo Poerio eingeweiht, dank der Finanzierung reicher deutschen und schweizerischen Familien, wie die Aselmeyer, die in Neapel lebten.

 

Heute wird die Gemeinde vom Pfarrer Holger Milkau geleitet. Die Gemeinde zählt etwa 50-60 Mitglieder, Deutsche und Italiener, aber auch einige aus Skandinawien.

 

Für die in Neapel lebenden deutschen Familien organisiert die Gemeinde Seminare und Bibel-Lesungen, sowohl auf Deutsch wie auch auf Italienisch, und Ausflüge

 

Ab 1993 organisiert die Gemeinde auch verschiedene Kulturveranstaltungen (Konzerte, Theater, ein Chor) und betreut junge Drogenabhängige und Gefangene.

Pfarrer Holger Milkau

Ausflug nach Benevento der Gemeinde

 

Auszug aus dem Geburtsbuch der Gemeinde

Garibaldis Einzug in Neapel - Gemälde von Franz Werfel

Kirchenportal

 

Innenansicht der Kirche

Grabstein von Friedrich Aselmeyer in der Kirche