Progetto Comenius

L'Europa nella nostra città

Europa in unserer Stadt – Spurensuche § Europe dans notre ville – chercher des traces

Die Geschichte dreier deutscher Männer in Neapel

 

Ein Theaterstück

 

 

Grazie alla collaborazione e all’aiuto dell’assistente di lingua Comenius Sabine Sippel, che è stata ospite dell’Istituto Mazzini nel periodo novembre 2004-marzo 2005, gli allievi di tedesco della 3C e D hanno scritto questa pièce teatrale, in cui le vicende delle famiglie Brinkmann, Bowinkel e Dohrn s’intrecciano e diventano l’oggetto di una conversazione in pizzeria. La pièce è stata rappresentata a Hildesheim, durante l'incontro conclusivo del progetto Comenius (19-23 maggio 2005) da Chaira Abete, Fabio De Dominicis, Clara Medici e Ilaria Summonte. (Foto 1 - Fot o 2)

 

Dank Sabine Sippel, die 4 Monate lang in unserer Schule als Comenius-Sprachassistentin arbeitete, haben die Schüler ein kleines Theaterstück auf Deutsch verfasst, in dem Brinkmann, Bowinkel und Dohrn sich über die Geschichten ihrer Familien in einer Pizzeria unterhalten. Das Theaterstück wurde beim Comenius-Abschlusstreffen in Hildesheim (19.-23.5.2005) aufgeführt, gespielt von Chaira Abete, Fabio De Dominicis, Clara Medici und Ilaria Summonte. (Foto 1 - Fot o 2)

 

 

(Drei Personen sitzen in einer Pizzeria in Neapel; zwei Männer sitzen an einem Tisch, ein anderer alleine an einem benachbarten Tisch; im Hintergrund ist  ein Akkordeon-Spieler zu hören (er spielt „Azzurro“); die Tische sind mit Tellern, Besteck, Gläsern, Salzstreuern, und der Speisekarte ausgestattet)

 

Bowinkel:                 Möchtest du in meinem Hause am Sonntag zu Mittag essen?

Brinkmann:              Tut mir leid, Ernst, aber das kann ich leider nicht. Sonntags gehe ich immer in die Kirche.

Bowinkel:                 Ach, wirklich! Aber ist das eine italienische Kirche?

Brinkmann:              Nein, es ist eine deutsche protestantische Kirche. Sie liegt in der Carlo-Poerio-Strasse.

Bowinkel:                 Aaah! Wieso gibt es denn eine deutsche Kirche in Neapel?

Brinkmann:              Vor langer Zeit sind viele deutsche Einwanderer nach Neapel gekommen und sie wollten in eine deutsche Kirche gehen. Warum gehst du denn nicht mit am Sonntag?

 

(Reinhard Dohrn kommt an ihren Tisch)

 

Dohrn:                      Entschuldigung, können Sie mir bitte das Salz geben?

Brinkmann:              Ah, Sie sprechen auch Deutsch? (gibt ihm das Salz) Hier, bitte schön! Sie sind also Deutscher?

Dohrn:                      Ich bin in Italien geboren, aber mein Vater war Deutscher und ich habe einige Jahre in Deutschland gewohnt.

Brinkmann:             Wie interessant! Warum setzen Sie sich nicht zu uns?

Bowinken:               Ja! Kommen sie rüber!

Dohrn:                      Danke, sehr gerne. Übrigens heiße ich Dohrn, Reinhard Dohrn. (setzt sich an ihren Tisch)

Bowinkel:                 Ich heiße Ernst Bowinkel und das ist mein Freund Theo Brinkmann.

Brinkmann:             Angenehm! (geben sich die Hand)

Dohrn:                      Angenehm! Aaah, Sie sind der Uhrmacher Brinkmann?

Brinkmann:             Ja, das bin ich!

Dohrn:                       Auch ich habe eine Brinkmann-Uhr. Sie ist sehr gut! Ich habe sie seit 15 Jahren!

Brinkmann:              Ja? Das freut mich! Wissen Sie, dass ich mein erstes Geschäft 1900 in Neapel  eröffnet habe? Es wurde leider im Ersten Weltkrieg von der italienischen Regierung konfisziert.

Dohrn:                      Und dann? Was haben Sie dann gemacht?

Brinkmann:              Am Ende habe ich es zurückbekommen, aber während des Zweiten Weltkrieges ist das gleiche wieder passiert und diesmal musste ich bezahlen um mein Geschäft wieder zu eröffnen.

Bowinkel:                 Du hast Glück gehabt! Mein Geschäft wurde bombardiert und ich musste es wiederaufbauen.

Dohrn:                      Auch Sie haben einen Laden? Was verkaufen Sie?

Bowinkel:                 Ich habe ein Kunst- und Antiquitätengeschäft. Aber es war wirklich nicht leicht. Auch mein Laden wurde im Ersten Weltkrieg konfisziert. Aber ich hatte noch Glück! Kurz darauf konnte ich mein Geschäft wieder zurückbekommen, weil sich unter anderem die Königin Elena für mich eingesetzt hatte.

Dohrn:                      Und im Zweiten Weltkrieg wurde es bombardiert?

Bowinkel:                 Ja, aber zwei Jahre später konnte ich es wieder eröffnen.

Brinkmann:             Und was hat Ihr Vater in Neapel gemacht?

Dohrn:                       Mein Vater ist der Gründer des Aquariums in Neapel und ich bin in seine Fußstapfen getreten und leite heute das Aquarium. Aber auch ich hatte es nicht einfach. Ich musste mit meiner Familie im Krieg nach Zürich fliehen. Als wir wieder nach Neapel zurück kamen konnte ich mit Hilfe meiner Anwälte meine Arbeit in der Zoologischen Station wiederaufnehmen.

 

(Der Akkordeon-Spieler spielt „Mein Hut, der hat drei Ecken“ und steht auf)

 

Spieler:                     Alle drei Männer haben ihre Spuren in unserer Stadt hinterlassen, die man heute noch finden kann. Die Geschäfte von Ernst Bowinkel und Theo Brinkmann werden heute von ihren Nachkommen weitergeführt und befinden sich in einer der beliebtesten und schönsten Einkaufsgegenden Neapels.

Das Aquarium von Anton Dohrn ist das älteste in Europa. Das letzte Familienmitglied der Dohrns, das noch in Neapel wohnt, heißt Antonietta Dohrn. Sie hat auch lange für die Station gearbeitet. Heute ist sie fast 90 Jahre alt aber noch sehr aktiv.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!