Progetto Comenius

L'Europa nella nostra città

Europa in unserer Stadt – Spurensuche § Europe dans notre ville – chercher des traces

 

Deutsche Familien in Neapel

Dohrn

Benedetta Parenti

Enrico Margiotta

 

                                                                          Ein altes Bild der Zoologischen Station

 

 

 

Felix Anton Dohrn wurde 1840 in Stettin (heute heißt es Szcezecin und befindet sich in Polen) geboren. Nach dem Studium der Medizin und Zoologie interessierte er sich für die Theorien von Darwin. Er ging nach Messina um die Mittelmeerfauna zu forschen. Aber dort zu arbeiten war sehr kompliziert, so zog er nach Neapel um. Hier wollte er eine zoologische Station und ein Aquarium gründen um seine wissenschaftlichen Forschungen zu finanzieren. Warum gerade Neapel? Erstens war hier die Mittelmeerfauna sehr reich, zweitens war Neapel eine große und sehr besuchte Stadt.

 

Anton bekam kostenlos ein Grundstück von der Gemeinde Neapel in der eleganten Villa Comunale, und baute 1872 mit seinem Geld das erste Gebäude von der Station, die damals noch direkt am Meer lag. Der Freund Hans von Marée malte die schönen Fresken in der Bibliothek mit Meeres- und Landesbildern.

 

Obwohl seine Eltern dagegen waren, heiratete Anton 1874  Marie de Baranowska, die erst 16 war. Sie kam aus Russland, und er hatte sie in Messina kennen gelernt. Sie hatten vier Kindern: Boguslaw, Wolfgang, Harald und Reinhard (1880-1962). In der Familie sprachen sie Deutsch und als die Kinder zwölf waren, gingen sie nach Deutschland um die Schule zu beenden und die Universität zu besuchen. Als das letzte Kind nach Deutschland fuhr, ging die Mutter mit ihm, so blieb Anton allein in Neapel. Wie auch immer, wurde die Station international  sofort sehr bekannt und Anton engagierte sich  sehr aktiv auch im kulturellen Leben der Stadt. Er rettete zum Beispiel die Villa Floridiana am Vomero von der Spekulation. Deshalb bekam Anton die Ehrenstadtbürgerschaft von der Gemeinde.

 

Als Anton 1909 starb, übernahm Reinhard seine Stelle in der Station. 1913 heiratete Reinhard Tatjana Giwago, die wie die Mutter aus Russland kam.

 

Als 1915 Italien in den Krieg einzog, mussten die Dohrns nach Zürich flüchten, weil sie Deutsche waren. Dort hatten sie drei Kinder: Antonietta, Peter und Amaryllis. Inzwischen konfiszierte die italienische Regierung die Station. 1921, nach Kriegsende, kam die Familie nach Neapel zurück und, trotz der vielen Schwierigkeiten, konnte Reinhard als Verwalter der Zoologischen Station die Arbeit seines Vaters fortsetzen.

 

Tatjana half vielen Russen, die aus der Sowjetunion ausgewandert waren. Sie sammelte für sie Geld und fand einen Job für sie.

 

Als Reinhard starb, übernahm der Sohn Peter die Leitung von der Station bis 1966. Auch Antonietta arbeitete 16 Jahre als Freiwillige in der Station. Sie ist das letzte Familienmitglied, das noch in Neapel wohnt, und zwar in der Crispi-Straße, wo einmal die Villa Dohrn war, die durch die bomben im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Antonietta Dohrn ist 89 aber noch sehr aktiv.

 

Ab 1982 heißt  die Zoologische Station offiziell „Stazione Zoologica Anton Dohrn“, hat fast 300 Mitarbeiter, das Aquarium ist das älteste in Europa und wird jährlich von über 100.000 Leuten besucht.         

Forscher der Station gegen Ende des 19. Jhs

  Anton und Reinhard                          Tatjana Giwago

Reinhard mit seiner Tochter Antonietta

Die Station heute

Anton Dohrn

Anton Dohrn am Mikroskop

Die Station um 1872

 

Darwin-Büste in der Station

 

Fresken von Hans von Marées in der Bibliothek der Station

 

Marie de Baranowska

Ehrenstadtbürgerschaft Neapels an Anton Dohrn

Anton Dohrn mit seiner Frau und den vier Kindern

     

Innenansicht des Aquariums